Unternehmen lernen zu wenig aus Mitarbeiterbefragungen
Autor: Roman Falkowski
Immer mehr Unternehmen verwenden eine Mitarbeiterbefragung zu strategischen Zwecken. Der Fokus liegt hierbei bei der Zufriedenheit der Mitarbeiter und dem Verständnis und dem Identifikation der Mitarbeiter gegenüber strategischen Fragestellungen des Unternehmens. Dabei geht es weniger darum, Mitarbeiter auf allen Ebenen einzubinden sondern der Unternehmensleitung eine Rückmeldung über die Sichtweise der Mitarbeiter zu liefern. Die Erkenntnisse bringen aber nichts, wenn nicht auch Maßnahmen daraus abgeleitet werden und diese umgesetzt werden.
Nach wie vor fällt es den Unternehmen schwer, aus der Befragung resultierende Maßnahmen an Führungskräfte und Mitarbeiter nachvollziehbar zu kommunizieren. Nur rund zwei Drittel der Führungskräfte und etwas mehr als ein Drittel der Belegschaft erkennen den Zusammenhang zwischen den Befragungsergebnissen und den abgeleiteten Maßnahmen
6 Empfehlungen für erfolgreiche Mitarbeiterbefragungen
1. Definition Ziel & strategische Verankerung – Der Befragungsansatz darf keine Insellösung sein, sondern muss strategisch in das Firmenkonzept eingebettet sein.
2. Stetigkeit – Es muss sich um einen regelmäßigen, im Unternehmen fest verankerten Prozess handeln. Bewährt hat sich ein Zyklus von zwei Jahren. Es ist dabei zu beachten, dass bei der Wiederholung der Befragung wichtige Fragen identisch wiederholt werden, um Aussagen über die Zeitreihe zu erhalten. So steigt die Akzeptanz für das Projekt und damit auch die Rücklaufquote.
3. Befragung – Möglichst alle Mitarbeiter werden mittels anonymer Fragebögen oder online befragt. Logistisch ist der Prozess so aufzusetzen, dass die Mitarbeiter möglichst einfach und komfortabel an der Befragung teilnehmen können.
4. Kommunikation – Eine transparente Kommunikation ist über alle Phasen ein kritischer Erfolgsfaktor. Die Einbindung zentraler Interessengruppen wie Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung kann die Akzeptanz erhöhen.
5. Umsetzung – Die Wirksamkeit und Akzeptanz von Befragungen hängt sehr stark davon ab, welche Umsetzungsmaßnahmen die Mitarbeiter als Konsequenz daraus erkennen. Dazu ist es wichtig, dass das Projekt von der obersten Führung getragen wird. Zentrale Maßnahmen sollten durch dezentrale Maßnahmen in den einzelnen Bereichen ergänzt werden. Hilfreich ist es zudem, Erfahrungen innerhalb der Bereiche auszutauschen.
6. Wertbestimmung – Eine strukturierte und konsequente Überwachung der Maßnahmen ist unerlässlich. Kennzahlen aus der Befragung und umzusetzende Maßnahmen sollten in bestehende Steuerungssysteme wie z.b Balanced-Scorecards integriert werden.
Roman Falkowski ist erfahrener Personalberater (Headhunter) und Experte rund um das Thema Personalsuche; Karriereberatung und Mitarbeitermotivation.
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