Motivation als Schlüssel zum schnelleren Lernen
Autor: Jan Kuonen
Vielleicht haben Sie sich auch schon oft die Frage gestellt worauf genau Motivation gründet bzw. welche Möglichkeiten es gibt, diese entscheidend günstig zu beeinflussen? Motiviert zu sein bedeutet vor allem mit Spaß bei der Sache zu sein. Motiviert zu sein bedeutet Neues zu lernen, nicht um des Lernens als Selbstzweck willen, sondern vielmehr um einer Sache wegen.
Beobachten Sie Menschen in Ihrem Umfeld, in Ihrem Freundeskreis im beruflichen Umfeld usw. Welche auffälligen Gemeinsamkeiten lassen sich bei Menschen ausmachen, von denen Sie spontan denken, dass sie besonders motiviert seien? Vermutlich werden Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass es vor allem solche Menschen sind, die aus eigenem Antrieb handeln, weniger aufgrund von Umständen, die von außen aufgezwungen werden. Menschen, die genau wissen, wofür sie lernen, Menschen, die klar zu sagen vermögen worauf sich ihr persönliches Engagement gründet, werden im Regelfall deutlich erfolgreicher sein und schneller lernen als Menschen, deren Leben primär fremdbestimmt ist.
Zugegeben, es gibt mehr oder weniger existente Sachzwänge, denen Sie sich u. U. nicht oder nur schwer entziehen können. Dennoch sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken ob es nicht sehr viel sinnvoller sein könnte eine Lernmotivation anzustreben, die „von innen heraus“ kommt, als eine solche, die primär auf erzwungenen, äußeren Umständen gründet. Den Spruch, den auch Sie vielleicht während Ihrer Schulzeit des Öfteren zu hören bekommen haben: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ sollten sich vor allem manche Lehrkräfte sowie einige Eltern zu Herzen nehmen. In der täglichen Beratungspraxis zeigen sich immer wieder konkrete Beispiele dafür, dass eine prinzipiell vorhandene Motivation auf Seiten vieler SchülerInnen schon im Ansatz erstickt wird, indem oftmals mehr formale und organisatorische Aspekte des Schulalltags in den Vordergrund der Betrachtung gerückt werden, als vielmehr zart aufkeimende Motivations-“Pflänzchen“, bei denen es sich lohnte, diese konsequent zu fördern.
Prinzipiell ist anzuraten, dass sich die Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern auf einem natürlichen Interesse an den Dingen gründet sowie dem Wunsch, den eigenen Kompetenzbereich sinnvoll zu erweitern. Diese Art der Motivation nennt man in der Fachsprache eine „intrinsische Motivation“. Im Gegensatz dazu kann sich eine Motivation auch aus in Aussicht gestellten Belohnungen für erbrachte Leistungen, wie beispielsweise eine gute Note in einer Klassenarbeit, speisen. Der entscheidende Unterschied dieser als „extrinsische Motivation“ bezeichneten Variante führt – das belegen vielfältige Beobachtungen im Alltag – zu tendenziell weniger günstigen Ergebnissen. Begründen lässt sich das damit, dass eine Motivation, die „von innen heraus“ kommt, stärkere Wirkungen entfaltet als eine Motivation, die primär aufgrund äußerer Umstände, die oftmals mit der Sache kaum etwas zu tun haben, jemals entfalten könnte. Für eine kluge und effektive Motivation von Schülerinnen und Schülern bedeutet das, dass vor allem darauf geachtet werden sollte, ein Interesse „an den Dingen an sich“ zu fördern; ungeachtet möglicher Belohnungen, die aus dann erbrachten Leistungen resultieren könnten. Langfristig betrachtet führt eine intrinsische Motivation zu den günstigeren Ergebnissen, weil die Belohnung vor allem darin besteht, durch eine gezielte Erweiterung des eigenen Kompetenzspektrums die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten konstruktiv und zielsicher erweitert zu haben. Augenscheinliche, meist kurzfristige Belohnungen, wie beispielsweise ein Bonus für eine gute Klassenarbeit o. ä. sind allenfalls dazu geeignet kurzfristig Leistungsanreize zu schaffen. Werden derartige Belohnungssysteme zu häufig eingesetzt, besteht meist die Gefahr, dass sich die Motivation zu stark auf die zu erwartenden Belohnungen konzentriert, weniger aber auf die „Dinge an sich“. Von daher lautet die Empfehlung, darauf zu achten, den Schülerinnen und Schülern in einer altersgemäßen Sprache verständlich zu machen, dass ein „Interesse an einer Sache“ schlussendlich sehr viel wertvoller ist, als eine zu starke Konzentration auf in Aussicht gestellte Belohnungen, denen oftmals der Bezug zu denen zu transportierenden Inhalten fehlt.
Mit den besten Wünschen,
Jan Kuonen
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Tags: belohnung, extrinsische, intrinsische, klassenarbeit, lernen, lernmotivation, Motivation, note, Schüler, Schülerin
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