Ausfinanzierung einer bestehenden Pensionszusage (ein Praxisbeispiel)

 Autor: Gerhard Schade

Anhand eines realisierten Falles aus der Leserschaft von ‘Gi’, sehr verehrte Damen und Herren, wollen
wir Ihnen heute einmal schildern, wie eine dauerhafte Lösung aussehen kann.
Hintergrund ist unsere
Beilage zu ‘Gi’ 03/11, „Die finanzielle Zukunftssicherung des GGF…“, die auf großes Interesse gestoßen ist. Hier nun der konkrete Fall von zwei GGF-Kollegen.

➨ Die GmbH hat zwei beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF), die mit je 50% an der Gesellschaft
beteiligt sind. Der eine GGF hatte im November 2010 das Pensionsalter von 65 Jahren erreicht.
Der 1994 mit der Gesellschaft geschlossene Pensionsvertrag sah ab diesem Zeitpunkt ein Ruhegehalt
von 1.022 € monatlich sowie eine Witwenrente von 60% der Altersrente vor. Die Auszahlung
aus der Rückdeckungsversicherung am 1. November 2010 an die GmbH betrug 117.000 €. Bei
einem Zinssatz von 4 % auf eine Kapitalanlage der 117.000 € reicht diese für eine Rentenzahlung bis
zum 77. Lebensjahr des GGF.

Der zweite GGF muß bis zum 65. Lebensjahr und für den Bezug seines Ruhegehaltes von ebenfalls
1.022 € noch 12 Jahre arbeiten. Der aktuelle Wert der Rückdeckungsversicherung für diese Zusage betrug
im März 2010 64.000 €. Aus dieser Versicherung waren somit ca. 99.000 € bei Ablauf zu erwarten.

Das bedeutet konkret: Beide Pensionszusagen sind unterfinanziert. Die hier realisierte Praxislösung:
Die Auszahlung der Rente an den ersten GGF erfolgt die nächsten 12 Jahre aus den laufenden
Einnahmen der GmbH. Das Kapital von 117.000 € wird vermögensverwaltend in Aktien, Anleihen
und Renten angelegt und an den GGF zur Insolvenzsicherung wirksam verpfändet. Bei einer
Renditeerwartung von 4 % brutto werden daraus in 12 Jahren 187.320 €. Damit kann in Folge
die Rente bis zum 99. Lebensjahr des sich bereits im Ruhestand befindlichen GGF gezahlt werden.

Für den zweiten GGF wird auf 12 Jahre zusätzlich monatlich 600 € ebenfalls vermögensverwaltend in
Wertpapieren angespart. Das ergibt bei einer Renditeerwartung von brutto 4 % ein Kapital von
110.529 €. Mit der voraussichtlichen Ablaufleistung aus der Versicherung von 99.000 € stehen somit
zum Pensionszeitpunkt für den zweiten GGF 209.529 € für die Pensionszahlungen zur Verfügung. Diese
Kapitalanlage wurde ebenfalls zur Insolvenzsicherung an den GGF wirksam verpfändet. Eine Rentenzahlung
ist so bis zum 90. Lebensjahr des zweiten GGF möglich.

Fazit: Beide Pensionszusagen sind damit ausfinanziert. Die Kapitalanlage in Wertpapieren
ist sehr flexibel. Die GmbH kann in ertragreichen Jahren zusätzlich Geld für ihre
Pensionsverpflichtungen zurücklegen und in schwierigen Zeiten hat sie keine Beitragsverpflichtung.
Jederzeit sind zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen entweder Teile oder die gesamte
Kapitalanlage mit Zustimmung des GGF veräußerbar. Durch eine gemanagte Anlage und einen
Vermögensmix aus Aktien, Anleihen und Renten wurde das Risiko minimiert.

Hinweis: Bei vorzeitigem Wegfall der Pensionsverpflichtung, z.B. durch Tod des oder der
Anspruchsberechtigten, wird zusätzlich Vermögen für die GmbH, z.B. zur Finanzierung
noch bestehender Pensionsverpflichtungen, frei. Bei Versicherungen geht in solch einem
Fall das vorhandene Restkapital der GmbH meist verloren, weil der Anspruch erlischt. Ferner
erfolgt eine Stärkung der Kapitalbasis der GmbH, da das Vermögen wächst und die Pensionsverpflichtung
im o.g. Praxisfall an einen GGF abnimmt. Dies führt zu einer Stärkung der Kapitalbasis
des Unternehmens und einer Verbesserung des Bilanzbildes.

Weiterer Gesichtspunkt: Kapitalanlagen in Wertpapieren in der GmbH werden steuerlich bevorzugt.
So erfolgt die Bilanzierung in der Steuerbilanz zum sog. Niederstwertprinzip. Kursgewinne bleiben
in der Ansparphase steuerfrei. Aber auch bei Veräußerung bleiben Kursgewinne aus Aktienanlagen
und Dividenden nach § 8 b KStG zu 95% steuerfrei. Damit wird die Liquiditätsbelastung für das Unternehmen
gesenkt.

Hinweis: Mittlerweile ist der Leitfaden für profitables Pensionsmanagement in kleinen und mittelständischen Unternehmen erschienen. Dieser kann  gegen eine Schutzgebühr von 5 € über www.p-roi.de/kontakt angefordert werden.

ELEKTRONIK-PR-Autor Gerhard Schade Die Betriebliche Altersvorsorge ist seit fast zwei Jahrzehnten das Spezialgebiet von Gerhard Schade. Durch die richtige Gestaltung der betrieblichen Altersvorsorge werden arbeitsrechtliche Risiken minimiert und die Finanzierbarkeit an den Planungszeitraum des Unternehmens angepasst. Mittels der betrieblichen Altersvorsorge entstehen für das Unternehmen vor der Bilanz zusätzliche, ständig verfügbare Finanzreserven.


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