Lernen ist nicht auf die Schule beschränkt

 Autor: Jan Kuonen

Um sogleich schon an dieser Stelle mit einem oftmals zu hörenden Missverständnis aufzuräumen sei gesagt, dass sich das Thema Lernen keineswegs auf den schulischen Bereich beschränkt. Das Lernen gehört ebenso zum Leben wie beispielsweise das Atmen bei biologischen Lebewesen. Leider wird diese ebenso wahre wie fundamentale Binsenweisheit nur allzu oft vergessen. Woran mag das liegen? Nun, vermutlich liegt es vor allem daran, dass sehr viele Menschen geradezu reflexhaft mit dem Begriff Lernen Schule als Thema in Verbindung bringen.

Zugegeben, im schulischen Umfeld lässt sich sicher vieles lernen. Gar keine Frage. Dennoch – und das wird leider nur zu oft vergessen – ist das gesamte Leben auf unterschiedlichsten Ebenen von teils eher einfachen, teils auch sehr komplexen Lernprozessen, durchzogen.

Lange bevor Kinder eingeschult werden, haben diese bereits unzählige Lernprozesse durchlaufen, denen oftmals nicht die ihnen gebührende Anerkennung zuteil geworden ist. So gehören beispielsweise das sich autonom bewegen können sowie der Spracherwerb zu den Lernprozessen, die sich durch eine hohe Komplexität auszeichnen. Komplizierte neuronale Netze haben dafür gesorgt, dass Kinder durch ein regelmässiges Hören ihrer Muttersprache haben lernen können, nach welchen Gesetzmässigkeiten die eigene Sprache grammatikalisch korrekt zu strukturieren sein wird. Lernvorgänge dieser oder ähnlicher Art sind mitunter ausserordentlich komplex, und zeigen beispielhaft, wie Lernprozesse im Detail funktionieren.

Entscheidend ist es, zu verstehen, dass das Thema Lernen definitiv nicht auf den schulischen Bereich beschränkt ist, sondern, dass das Lernen im schulischen Umfeld zwar eine wichtige, aber ganz sicher nicht die einzige Art des Lernens darstellt. Schulische Minderleistungen, die häufig zu den typischen Konfliktpunkten zwischen Kindern und Eltern zählen, lassen sich oftmals darauf zurückführen, dass viele Erwachsene das Lernen allzu stark auf das schulische Umfeld einengen, und somit ein oftmals vorhandenes Potenzial ihrer Kinder nicht oder nur unzureichend fördern. Eine deutliche Erweiterung eines zuweilen eingeengten Blickwinkels ist in jedem Fall empfehlenswert.

Alles Gute

Jan Kuonen

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