Mit Visionen arbeiten
Autor: Siegfried Lachmann
Das hat mich in meinem Leben schon weitergebracht, ja, es hat mir viel geholfen. Das Arbeiten mit Visionen. Lassen Sie mich erklären, warum.
Zum Anhören des Podcasts:
Soweit ich mich erinnern kann, hat das mit den Visionen schon in meiner Kindheit begonnen. Ich sah mich als kleiner Junge auf einer E-Lok der DB als Lokomotivführer. Aus mancher Begebenheit mit meinem Vater, der Lokführer war. Dort, auf der Lok in meinem Geist regierte ich als der Kapitän der Schiene. Das ganze malte ich mir immer intensiver als Bild aus. Begann so zu fühlen, als wenn ich jetzt das Schaltrad auf der Lok langsam drehte. Spürte, wie sich die Maschine sich langsam in Gang setzte und dem unendlichen Schienenstrang wie von Geisterhand folgte. Dabei blieb es aber nicht. Mein visionäres Denken, dieses „im Geist visualisieren“, übertrug ich auf eine H0 Modellbahnlage. Da wurde meine geistige Vorstellung zur kleinen Wirklichkeit im Maßstab 1:87. Weiter und weiter vertiefte ich mich in die Materie. Studierte Fahrpläne und Kursbücher, tauschte mich mit meinem Vater intensiv aus, fuhr mehrmals auf den Maschinen mit. Und entwickelte eine große Sehnsucht, einmal selbst als Lokführer diese Metallmonster fahren zu dürfen.
Diese Vision zog sich durch die gesamte Schulzeit, und selbst meine Ausbildung zum Betriebsschlosser richtete sich danach aus. Immer mehr verschwamm ich mit der Deutschen Bundesbahn, und die Realisierung meines Traums rückte in greifbare Nähe.
Vision und Traum liegen nah beieinander. Da hatte ich mal als kleiner Junge diesen Traum, stolzer Lokführer zu sein. Und dann ergriff mich dieser Traum so sehr, das ich mir das immer mehr visuell ausmalte. Der Traum wurde zur Vision. Wie ein helles Licht über meinem Leben wies sie mir den Weg zu meiner beruflichen Laufbahn.
Bin ich heute Lokführer? Nein, das bin ich nicht. Nach Abschluss meiner Ausbildung mit der Aushändigung des Gesellenbriefes rückte ein lieber Mensch in den Mittelpunkt meines Lebens. Und das zog eine berufliche Neuorientierung mit sich.
Bin ich darüber heute traurig? Nein, ganz und gar nicht. Das Leben hat etwas anderes für mich vorgesehen. Und da ich mein Leben in Gottes Hand weiß, sehe ich Gottes Handschrift in meiner Laufbahn hier auf dieser Erde.
Warum mit Visionen arbeiten? Weil es in bestimmten Lebenssituationen von immenser Wichtigkeit ist, den roten Faden zu entdecken und zu verfolgen. Vor knapp vier Jahren habe ich das erneut am eigenen Leib erlebt.
In meinem Beruf als kaufmännischer Angestellter war ich schon seit vielen Jahren unzufrieden. Es mehrten sich die Sonntage, wo ich Bauschmerzen bekam. Weil ich wusste, ich gehe erneut in eine weitere Woche, wo ich für mich nur Unzufriedenheit erntete. Auf Dauer konnte das so nicht weitergehen. Was aber tun? So kam ich plötzlich drauf, meine nebenberufliche Tätigkeit im Bereich „Erwachsenenbildung“ auszubauen und als selbständiges Standbein zu aktivieren. In der Vergangenheit hatte ich einige Unternehmen als Nebenerwerb gegründet – und derbe an die Wand gefahren. Hier jedoch wusste ich, wenn ich mehr Zeit in die Planung legen würde, ich auch mehr Erfolg damit haben könnte. Und so erwuchs vor ca. 4 Jahren in mir diese Vision, das ich selbständiger Unternehmer sein werde – aber dieses Mal nicht im Nebenerwerb.
Was geschah nun? Im Grunde genommen nichts anderes wie vor vielen Jahren in meiner Kindheit, als ich den Traum des Lokführers hatte. Dieses Mal setzte ich mich mit Erfolgsmethoden auseinander. Ich hörte Hörbücher zu diesem Thema, las einschlägige Literatur. Unterhielt mich mit Unternehmern. Und ich baute den von mir angedachten Geschäftsbereich immer mehr aus. Brachte mich bei anderen ins Gespräch. Und machte irgendwann Nägeln mit Köpfen. Am Neujahrmorgen 2008 rief ich das kommende Jahr zum Jahr der Entscheidung aus. In 2008 würde also die Entscheidung fallen, ob ich länger als Angestellter arbeiten wollte oder aber ob ich den Schritt in die Selbständigkeit wagen würde. Mitte Februar begab ich mich kurzfristig an die Ostsee. Ich sagte mir: Aus diesem Wochenende wirst Du nicht ohne eine Entscheidung zurückkommen. Entweder – oder. Ich fuhr am Sonntagmittag zurück und hatte mich entschieden. Nach 19 Jahren in diesem Unternehmen kündigte ich am darauf folgenden Montag mein Arbeitsverhältnis.
Bis heute habe ich diesen Schritt nicht bereut. Aber es hat für mich drei Jahre gedauert, dass ich meine Vision in die Realität umsetzen konnte.
Danke wenn Sie meine Webseite www.siegfriedlachmann.de besuchen. Ab Oktober 2009 gibt es dort einen neuen Webauftritt. Danke auch, wenn Sie in meinen Podcast hereinhören – meine Stimme können Sie für Ihre Audioproduktion mieten!
Siegfried Lachmann, Jahrgang 1962, Betriebswirt, befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema Lebensplanung. Daraus entstanden mehrere Seminare wie beispielsweise "Das Leben leben.". Dieses wird auf See, im Kloster und auf der Ostseeinsel Fehmarn durchgeführt. Lachmann ist Trainer, Berater, Coach, Hörbuchsprecher und Produzent von Audio- und Videoproduktionen.
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