Dreamdays – Den roten Faden im Leben entdecken

 Autor: Siegfried Lachmann

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Dreamdays – Sinn und Zweck

Sie kennen den Begriff „Wüstentag“?

Der „Wüstentag“ ist ein Tag, der von Stille geprägt ist. Hier brechen Sie aus Ihrer gewohnten Umgebung für einige Stunden aus, machen Sie sich auf den Weg und „tauchen unter“. Sie sind an diesem Tag nicht zu sprechen. An diesem Tag, der nur Ihnen gehört, sind Sie an einem Platz Ihres Vertrauens, ein Platz, an dem Sie wissen, dass Sie so gut wie nicht gestört werden. Eine Lichtung im Wald, eine Bank in einem Park, die Sitzecke in der Bücherei usw. Es kann aber auch der Tisch in einem Schnellrestaurant sein, ein Tagesrundreise im Zug usw. Einfach ein Ort, an dem Sie sich wohl fühlen.

Sie machen sich auf den Weg. Und was nehmen Sie mit? Nichts Bestimmtes. Hier gibt es keine Vorschriften. Sie machen das Programm an diesem Tag. Der Eine nimmt seinen Kalender mit, der Andere sein Tagebuch, der Dritte seine Bibel oder Meditationsbuch. Sie wissen, was zu tun ist. Sie wissen, was in der Stille, in der Sie sich dann endlich befinden, zu erledigen ist. Sie kennen die Schwachpunkte in Ihrem Leben, die es zu bearbeiten gilt. Sie kennen aber auch die vielen kleinen Freuden, die Ihnen diesen Tag versüßen werden.

Auf der Internet-Seite der Katholischen Universitätsgemeinde Bern habe ich zum Wüstentag folgende Erläuterung gefunden:

„Wenn wir nicht gelegentlich aus dem Kreislauf der täglichen Verpflichtungen ausbrechen, versteifen wir uns seelisch und körperlich. Unser Blick auf die Umwelt erstarrt, unser Welt-Bild verfestigt sich. Mit der Zeit meinen wir das Leben zu kennen. Um körperlich nicht steif zu werden, haben wir Fitnessprogramme aller Art erfunden. Und was tun wir für Geist und Seele? Wie wäre es da mit einem Wüstentag? Ich schenke mir einen Tag, an dem es nur darum geht, alltägliche Lebensvollzüge wie Gehen, Atmen, Essen neu zu lernen. Eine Art Leben in Zeitlupe. Um durchlässiger und aufnahmefähiger zu werden. Um besser zu erkennen und zu verstehen, wer ich bin und in welcher Umwelt ich lebe. Um den Spielraum meines Handelns und Gestaltens in dieser Welt neu abzuschätzen. – Veränderungen haben immer dort begonnen, wo Einzelne die Möglichkeiten ihres Lebens erkannt und ausgeschöpft haben!“

An einem Wüstentag gehen Sie früh am Morgen los. Beschränken Sie sich erst einmal nicht. Machen Sie sich auf den Weg und gehen Sie. Gehen Sie und atmen Sie. Nehmen Sie bewusst wahr, was um Sie herum geschieht. Das Grün der Bäume, die Formen der Berge und Täler (und wenn Sie dort nicht wohnen, dann freuen Sie sich an dem Grün in Ihrer Stadt oder an der Fernsicht des Nordens). Aber nehmen Sie bewusst auf, was da ist. Und wenn Sie und Ihre Lieben soweit gesund sind, dann freuen Sie sich über:

• einen freien Tag
• Ihre Gesundheit und die Ihrer Lieben
• das Sie atmen und schmecken könnend
• ihre Augen, die das alles sehen
• die Nase, die die Frische des Morgens riecht
• Frieden

Ein Wüstentag ist auf einen Tag beschränkt. Er wird auch Oasentag genannt. Dreamdays dagegen, worum es in diesem Buch geht, behandeln einen Zeitabschnitt von mindestens einem Wochenende. Und bei den Dreamdays geht es um nichts anderes wie bei einem Wüstentag. Nur bei den Dreamdays können Sie alles ausgedehnter, ruhiger, entspannter angehen. Sie wissen, dass Sie Zeit haben.

Obwohl ich weiß, dass mancher sich jetzt schon gedanklich überlegt, wie er ein Wochenende frei machen soll – lesen Sie weiter. Und nach dem Lesen beginnen Sie vielleicht erst einmal nur mit einem Wüstentag. Daraus mögen dann später Dreamdays werden.

Mit Dreamdays habe ich selbst Ende 1999 meine ersten Erfahrungen gesammelt – und seitdem jedes Jahr ein bis zwei Wochenenden investiert.

Inspiriert vom Buch „Entdeckungen in der Einsamkeit“ von Peter Strauch, der in einer Sinn- sowie körperlichen Krise eine zweiwöchige Auszeit an der holländischen Nordseeküste nahm, machte ich mich selbst allein für eine Woche im November 1999 an die dänische Nordseeküste in Nordjütland auf. Ich mietete mich für eine Woche in ein Ferienhaus ein und genoss Menschen und Landschaft.

Der Grund: Die Akkus waren leer. Job und Studium gleichzeitig, dazu vielfältige Aufgaben noch dazu – ich wollte einfach mal raus. Das Gute daran: Meine Frau ließ mich ziehen. Das ist übrigens ein sehr wichtiger Punkt: Wenn Sie in einer Partnerschaft leben, dann sollte Ihr Partner diese Dreamdays unterstützen. Wenn Sie es begründen, wird er Sie gerne ziehen lassen.

In Dänemark unternahm ich damals Strandwanderungen, fuhr nach Norwegen mit der Fähre – und machte einfach nichts. Nichts? Na ja, das ist nicht ganz richtig. Immerhin stellte ich in dieser Woche aktive Überlegungen an, welche meinen beruflichen Weg entscheidend beeinflussten. Diese Überlegungen hätte ich zu Hause nicht in Angriff genommen. So habe ich damals Dreamdays erlebt. Heute laufen diese Zeiten ganz anders ab – ich habe mich eben weiter entwickelt.

Die Jahre nach dieser einsamen Woche in Dänemark nutzte ich dazu, mich intensiver mit dieser Thematik zu befassen. Wer bietet Dreamdays an? Wo können diese durchgeführt werden? Wie werden solche Dreamdays durchgeführt, welche Inhalte haben sie?

Ich fand heraus, dass nicht nur in Klöstern solche „Auszeiten“ oder auch „Retraiten“ angeboten werden. Doch zu 97 % alle mit einem Programm. Und genau das wollte ich nicht. Ich sagte mir, wenn ich eine Auszeit nehme, dann bestimme ich das Programm. Wie in Dänemark war die Priorität, dass ich alleine für das Ausfüllen dieser Zeit verantwortlich bin.

Seit dem Film „Der Name der Rose“ habe ich mich immer schon dafür interessiert, ein Wochenende in einem Kloster zu verbringen. Nachdem dann ein Bekannter mir sagte, dass er an Retraiten ein bis zwei Mal pro Jahr selbst teilnehme, nahm ich die Zügel in die Hand und besorgte mir ein Klosterverzeichnis. Auf diesem Weg fand ich „mein Kloster“. Doch dazu im Kapitel „Dreamdays – Mögliche Orte“ mehr.

Dreamdays. Wüstentage. Auszeiten. Der Tenor bei diesen Begriffen ist der, den Mut zu haben, sich für einen gewissen Zeitraum abzusondern von der Gesellschaft, von dem Umfeld, in welchem man sich momentan dauernd bewegt. Abzusondern für ein, zwei oder mehr Tage. Ich selbst bevorzuge als Zeitrahmen ein Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag. Und abzusondern deshalb, da man nur so endlich einmal mit sich selbst alleine ist. Für einige Menschen ist das eine mutige Aktion. Ich kenne Menschen, die es nicht schaffen, mit sich selbst alleine zu sein. Sie würden Angstzustände und Beklemmungen bekommen, sagen sie. Sie wüssten nicht, was sie mit dieser Zeit alleine anfangen sollten. Doch die Mehrzahl kann es, und diese Menschen sind dann auch sehr froh, wenn ich ihnen von meinen Dreamdays berichte. Zumindest sagen die meisten dann: „Das sollte ich auch mal machen!“ Diejenigen, die es dann getan haben, kommen „erneuert“ und frisch ausgeruht, mit neuen Gedanken und Ideen fürs Leben aus diesen Tagen zurück. Es bleibt dann auch nicht bei einem Mal!

Denken sie dran: Wir leben in einer hektischen, lauten und stürmischen Zeit. Nichts ist mehr wie es einmal war. Und glauben sie mir: Die ruhigen Zeiten kommen nicht wieder. So wie überhaupt jeder Tag meines Lebens nicht mehr zurückkommt. Und im Vielerlei des Alltags bleibt einfach zu wenig Zeit und Raum, einfach mal STOP! zu rufen, innezuhalten und festzustellen:“ Was geschieht gerade jetzt mit mir?“ Oder das ich mich bewusst frage:“ Was tue ich in diesem Moment, wie verbringe ich in diesem Moment meine Zeit?“

Diese hektische Zeit nimmt uns in Beschlag. Sie zerrüttet Leben und formt die Lebensinhalte komplett neu. Wer hätte noch vor einigen Jahren gedacht, dass Supermärkte am Samstag bis 20 Uhr Abends geöffnet sind? Wer denkt von uns daran, das eben diese Märkte in einigen Jahren auch an Sonntagen geöffnet haben – wenn nicht sogar 7 Tage 24 Stunden? Wer denkt bei diesen Dingen aber an das einzelne Individuum, den Menschen? Wer denkt an die Familien, die durch solche Arbeitszeiten auseinandergezerrt werden? Wer überlegt, was für Denk- und Handlungsstrukturen hinter solchen Aktionen stehen?

Sicherlich sind unsere Anforderungen innerhalb der privaten Haushalte von Jahr zu Jahr gestiegen. Und das war nicht schwer. Viel schwerer ist es mittlerweile geworden, diesen Standard zu halten. Viele werden dabei auf der Strecke bleiben.

Durch all diese Anforderungen sind auch Beziehungen schwieriger geworden. Immer mehr Ehen gehen auseinander, Single-Haushalte nehmen zu, Mobbing-Opfer zuhauf. Wir sehen: Der Egoismus nimmt zu, die Ellenbogengesellschaft ist Trendy, und die Zeile aus einem bekannten Lied „Erst komm ich und dann kommt ich“ ist real.

Diese Härte will gelebt und bewältigt sein. Aber wie soll das gehen? Wie soll ich Denkansätze finden, wenn ich keine Zeit habe? Keine Zeit habe deswegen, weil ich im Strudel der Zeit gefangen bin und nicht herauskomme. Oder weil ich mittlerweile auch schon gar nicht mehr herauskomme, da das Leben zu arg verfahren ist. Oder weil ich sie mir auch gar nicht nehmen möchte! Mancher ist schier an den Grenzen seiner Belastung angekommen und sagt sich: „Was? Dreamdays? Ich hab keine Träume mehr im Leben! Ich habe nur noch die Realität.“

Es kostet Mut, sich eine Auszeit zu nehmen. Besonders dann, wenn alles ‚Hilfe’ um einen herum schreit. Wenn man die Not vor Augen hat, dann einige Tage herausnehmen und gehen.

Keine Angst. Strategen tun nichts anderes. Wie oft haben sich Feldherren und Generäle in ihre Kammer allein oder mit Strategen zur Beratung zurückgezogen. Nach einer gewissen Frist kamen sie mit einer Entscheidung zurück. Dreamdays sind im Grunde genommen nichts anderes.

Ballast in unserem Leben ist ein weiterer Punkt, Dreamdays anzugehen. Wie viele Dinge häufen sich in ihrem Leben an – von anderen, aber auch von ihnen selbst! Familiärer Ballast! Finanzielle Belastungen! Sie müssen den Überblick bewahren. Dinge stürzen auf sie ein. Neuerungen im Betrieb. Kollegen die fordern. Aufstiegsmöglichkeiten. Die Familie – und und und. Die Liste ist bei manchen Menschen sehr lang. Viele sind der Meinung, sie packen es allein. Und so mühen sie sich mit all dem Ballast Woche um Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Irgendwann einmal kommt dann die Frage: „War´s das? Wie geht´s weiter?“ Nun hat ein Mensch jahrelang das Dringende getan, immer wieder das Dringende. Für die wichtigen Dinge im Leben dagegen hatte er keine Zeit. Wie auch? Er wurde ja von anderen Menschen gelebt. Ein oder mehrere ernst und ehrlich gemeinte Dreamdays – und er hätte u. U. entdeckt, dass er für andere lebt. Sein eigenes Leben aber fließt an ihm vorbei.

Mittlerweile sage ich zwei Mal pro Jahr zu meinen Kollegen: „So, ich wünsche euch ein angenehmes Wochenende. Ich hau dann mal ab zu meinen Dreamdays!“ „Ah ja“, erwidern diese. „Er geht mal wieder in sein Klosterwochenende“. Nach anfänglichen teilweise unverständlichen Gesichtszügen finden meine Dreamdays immer mehr Gefallen – und auch Nachahmer.

Immer wieder werde ich von Menschen gefragt, warum ich denn diese Dreamdays durchführe. Meine Antwort ist dann:

„Bei diesen Dreamdays geht es primär um die Lebensplanung von mir und meiner Frau. Doch im Getriebe der Zeit finde ich keine Ruhe, diese Planung daheim durchzuführen. Dort findet zuviel Ablenkung statt. Da schaut mich dieses Buch an, jener Ordner, da kommt da ein Telefonat, es klingelt an der Tür . . . Ich muß mich an ein bis zwei Wochenenden im Jahr dazu zwingen, mich an einen ruhigen Ort zurückzuziehen, um meine Lebensplanung mittels Masterplan1 durchzuführen.“

Bei mir geht es also in erster Linie darum, die verschiedensten Tätigkeiten in meinem Leben über Ehe, Beruf, Weiterbildung, Chor, Hobbies, Gemeinde etc. zu ordnen. Mit dem Masterplan1 gelingt das sehr gut.

Es gibt Menschen, die Schwierigkeiten in einer Partnerschaft haben, wo es in Bezug zum Arbeitsplatz Fragen gibt, die man sich selbst einmal in Ruhe stellen muss. Auch der spirituelle Bereich – die Frage nach dem Sinn meines Lebens – stellt sich. Besonders dann, wenn ein Mensch der Meinung ist, alles erreicht zu haben. Familie, Kinder, eine gute Ehe, Haus, Urlaub, Auto, Traumberuf und so weiter – dann aber plötzlich fragt: „Und wozu das alles?“ Auch dazu sind Dreamdays geeignet. Nämlich dazu, Antworten auf die Frage nach dem Sinn zu erhalten.

Der Beruf. Auch hier gibt es vielerlei Probleme. Unsere Welt, unsere Firmen werden immer härter, komplexer und schneller. Und oft habe ich den Eindruck: Das wird alles noch viel schlimmer. Wir erleben hier erst den Anfang. Doch mit diesen Geschwindigkeiten kommen viele Menschen nicht klar: Beziehungen zwischen Menschen werden kälter, Ellenbogen werden benutzt, Mobbing, ein Begriff den wir vor 10 Jahren noch nicht gekannt haben ist heute ein ernstzunehmendes Problem. Wie heißt es schon in der Bibel: „Die Liebe unter den Menschen wird erkalten!“ Merken Sie es auch?

Auf jeden Fall: Machen Sie sich auf den Weg. Bleiben Sie nicht daheim. Dazu mehr im Kapitel „Dreamdays – Mögliche Orte“.

Zum Thema „Dreamdays“ habe ich vor einigen Jahren ein kleines Buch geschrieben. Einige Exemplare habe ich noch vorrätig. Dieses können Sie bei mir für 9,90 € zzgl. Versand bestellen. Oder wenn Sie lieber das Hörbuch haben möchten, erhalten Sie dieses als Doppel-CD zum Preis von 19,90 € zzgl. Versand. Bei Interesse senden Sie eine E-Mail an info@siegfriedlachmann.de

Möchten Sie mehr über Dreamdays erfahren und Ihrem Leben eine Wende geben? Dann besuchen Sie eines unserer Seminare, welche von der Firma tempus (www.tempus.de) organisiert werden.

23. – 25. Oktober 2009 auf Mallorca
19. – 20. November 2009 bei Pforzheim
19. – 20. Februar 2010 im Kloster Neresheim

Detaillierte Informationen erhalten Sie unter http://www.tempus.de/seminare.html

ELEKTRONIK-PR-Autor Siegfried Lachmann Siegfried Lachmann, Jahrgang 1962, Betriebswirt, befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema Lebensplanung. Daraus entstanden mehrere Seminare wie beispielsweise "Das Leben leben.". Dieses wird auf See, im Kloster und auf der Ostseeinsel Fehmarn durchgeführt. Lachmann ist Trainer, Berater, Coach, Hörbuchsprecher und Produzent von Audio- und Videoproduktionen.


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Kommentare (1)

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geschrieben am 12.08.2009 um 00:56    


Really interesting articles. I enjoyed reading it. Thanks for sharing a nice info!

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